Comoé Nationalpark

fakten

Der Comoé Nationalpark ist mit 11.500 km², was etwa einem Drittel der Größe Baden-Württembergs entspricht, der größte Nationalpark Westafrikas. In Gesamtafrika wird er nur von seinem deutlich bekannteren, jedoch nur minimal größeren Counterpart in Ostafrika, dem Serengeti-Nationalpark (14.763 km²), übertroffen.

Der Comoé Nationalpark liegt im Nordosten der Elfenbeinküste. Namensgebend ist der Fluss Comoé, der sowohl den Nationalpark wie auch die komplette Elfenbeinküste von Norden nach Süden durchzieht.

Entlang der Nord-Süd-Ausdehnung des Parks von etwa 120 Kilometern zeigt sich ein klimatischer Gradient, der von der trockenen sudanesischen Vegetationszone im Norden bis zur vergleichsweise humiden Guineazone im Südwesten reicht. Anthropogen gelegte Feuer in der Trockenzeit verhindern die Ausbreitung des Waldes und somit ist der Großteil des Parks (ca. 90%) von verschiedenen Savannentypen, wie offene Grassavanne und Busch-/Baumsavanne, geprägt. Der Comoé-Fluss ist von Galeriewäldern mit Regenwaldcharakter gesäumt.

Geschichte

Bereits 1942 wurde das „Réserve de Faune de Bouna“ gegründet, welches dem Gebiet einen ersten Schutzstatus verlieh. 1968 folgte die Ausweisung zum „Parc national de la Comoé“, dem Nationalpark Comoé. Aufgrund seiner einzigartigen Biodiversität wurde der Park 1983 in die UNESCO Weltnaturerbe-Liste aufgenommen und zudem als Biosphärenreservat ausgewiesen.

Zoologische Vielfalt

Der Park ist Lebensraum für:

  • über 140 Säugetierarten (104 in Deutschland)
  • über 500 Vogelarten (300 in Deutschland)
  • über 30 Amphibienarten (21 in Deutschland)
  • über 70 Reptilienarten (14 in Deutschland)
  • geschätzt mehrere hunderttausend Wirbellose, darunter viele, die es noch zu entdecken gilt
Kob Antilope (Kobus kob)
© Volker Salewski

Allein 11 Primatenarten beherbergt der Park, darunter Paviane und Meerkatzen. Zudem stellt die Population der Schimpansen in den Wäldern möglicherweise eine der letzten großen der gesamten Elfenbeinküste dar. Als Groß-Prädatoren finden sich Leopard und Tüpfelhyäne. Seit 2008 gibt es keinen Beweis mehr für das Vorkommen von Löwen. Als besonders prominente Arten sind außerdem Flusspferd und der Afrikanische Elefant zu nennen.  Die Savanne ist besonders artenreich an Hornträgern, wie Kobantilope, Wasserbock, Buschbock und Büffel. Für Bongo und den Gelbrückenducker stellt der Park die nördlichste Verbreitungsgrenze dar.

20% der Vogelarten des Comoé Nationalparks sind innerafrikanische Zugvögel. 5% sind paläarktische Zugvögel (z.B. Trauerschnäpper, Grauschnäpper & Ziegenmelker), die zwischen Afrika und Eurasien umherziehen. Unter anderem finden sich Nashornvögel, Bienenfresser, fünf Geierarten und vier von sechs westafrikanischen Storcharten.

Der Comoé und seine Nebenflüsse Iringou, Bavé und Kongo führen zur Ausbildung zahlreicher permanenter und semi-permanenter Tümpel, welche eine für die Savanne außergewöhnlich hohe Artenvielfalt an Amphibien ermöglichen.